Monatsarchive: Januar 2012

Diskretion in vielen Arztpraxen mangelhaft

Foto: Eine konsequente Trennung zwischen Patientenaufenthaltsbereich und Rezeption, wie in der Zahnarztpraxis Dr. Karic, Altenberge, dient als erstes Indiz für Respekt gegenüber Patienten.Patienten wollen ihre Privatsphäre gewahrt wissen 
Alltag in vielen Arztpraxen, und fast jeder hat es deshalb schon erlebt: Man betritt eine Arztpraxis, meldet sich an der Rezeption, wo man nach Namen, Geburtsdatum, Wohnung und Krankenkassenzugehörigkeit sowie dem Grund des Besuches gefragt wird. So weit, so gut. Das Problem: In aller Regel befinden sich weitere Patienten in der Nähe der Rezeption und werden zwangsläufig Zeugen des Gespräches. Oder Patienten, die sich in der Nähe der Rezeption befinden, bekommen den Inhalt von Telefonaten mit, die zwischen dem Personal und Patienten geführt werden. 95,3 Prozent  der durch das unabhängige Landeszentrum Schleswig-Holstein befragten Patienten wollen aber ihre Privatsphäre auch in einer Arztpraxis gewahrt wissen.

„Die Regel ist, dass sich die Patienten an der Rezeption nicht trauen, eine Vorgehensweise einzufordern, bei der die Privatsphäre gewahrt bleibt,“ zeigt Reiner Krauße vom Versicherten und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt auf. „Die Studie ist zwar fast zehn Jahre alt, geändert hat sich in den Praxen aber kaum etwas,“ so Norbert Klapper vom Netzwerk. Weiterlesen