Monatsarchive: August 2019

Kritik an fehlender Vertretungsregelung für Ärzte– Lob für Minister J. Spahn

Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt regt Änderungen an
Freitag, 21.06.19, Tag nach Fronleichnam: Christa M. (75)* bemerkt eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes und ruft den Facharzt an, bei dem sie in Behandlung ist. Sie erfährt über eine
Tonbandansage, die Praxis sei heute geschlossen, die Vertretung habe eine 36 km entfernte Praxis
übernommen. Da es Christa M. aussichtslos erscheint, diese Praxis während der Sprechstundenzeit
zu erreichen, gibt sie auf. Zwecks Erledigung alltäglicher Aufgaben geht sie in ihre Stadt und kommt
an der Praxis eines Facharztes gleicher Disziplin vorbei. Die hat sie bislang nicht betreten, weil sie im
Internet negativ beurteilt wird, was die Freundlichkeit anbelangt. Die Praxistür steht offen. Christa M.
überwindet sich, geht hinein und fragt, ob sie eine Chance hat, behandelt zu werden, was nicht
länger als zwei Minuten gedauert hätte. Sie scheitert schon bei der Sprechstundenhilfe – und findet
die Bewertung im Internet bestätigt… Thema durch. Weiterlesen

Gesetz zur digitalen Versorgung auf dem Weg

Mittwoch, 10. Juli 2019

Berlin – Das Bundeskabinett hat heute den von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgelegten Entwurf zum „Digitale Versorgungsgesetz“ (DVG) verab­schie­det. Im Gesetz enthalten sind Regelungen, wie Ärzte ihren Patienten künftig auch Apps verschreiben können.

Das Gesetz regelt zudem, wie diese Apps auf einem zügigen Zulassungsweg in die Versorgung kommen sollen. Für Ärzte enthält es weitere Regelungen und Sanktionen zur Anbindung an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) sowie weniger Geld für das Versen­den von Arztbriefen per Fax. Auch wird klargestellt, dass die Selbstverwaltung für die telemedizinischen Sprechstunden Honorare festlegt sowie Ärzte für diese Angebote online werben dürfen.

„Die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen wird abgelöst durch digitale Lösungen“, sagte Spahn nach Beschluss des Gesetzes durch das Kabinett in Berlin. Neben Arzt­praxen sollen zügig auch Apotheken und Krankenhäuser an die TI angeschlossen wer­den. Für Physiotherapeuten, Hebammen und Pflegeheime soll dieser Anschluss freiwillig gelten.

Spahn zeigte sich überzeugt, dass die neuen digitalen Angebote, die mit dem Gesetz den gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen sollen, auch die medizinische Ver­sor­gung verändern werden. „Ich bin mir sicher, dass der Patient von morgen immer noch einen Arzt brauchen wird, aber keinen Arzt mehr, der mit Karteikarten arbeitet“, so der Minister. Er setzt darauf, dass es durch die Digitalisierung auch weniger Zeit­ver­­­­luste in der Versorgung gibt. Weiterlesen

Coburg im Sambafieber

Das Sambafestival machte Coburg bunt

Wer Coburg kennenlernen möchte, sollte die 41.000-Einwohner-Stadt nicht besuchen, wenn das einmal jährlich stattfindende Sambafestival auf dem Veranstaltungsplan steht. Genau das aber war ein Programmpunkt der vom Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt organisierten fünftägigen Reise ins Frankenland. Das Samba-Festival Coburg ist das größte dieser Art außerhalb Brasiliens und fand das 28. Mal in Folge statt. 3.000 Aktive fast aus aller Welt nahmen daran jeweils als Gruppen teil, und was man in deren  Herkunfts-ländern unter Samba versteht, ist schon sehr unterschiedlich. Elf gleichzeitig bespielte Veranstaltungsplätze gab es diesmal in Coburg und mehrere Straßen waren nur noch für Fußgänger zu benutzen. Einige Einheimische „flüchten“ während der Dauer des Festivals aus der Stadt und vermieten, wie man hörte, ihre Wohnungen zu einem guten Preis. Völlig unbeeinflusst vom Festival thront die Veste über der Stadt, in der Martin Luther 1530 für einige Monate durch den damaligen Kurfürsten vor seiner Gefangenschaft bewahrt wurde und wo er einen guten Teil seiner Bibelübersetzung bewältigte. Weiterlesen