Artikel

Barrierefreie Arztpraxis?

Noch längst nicht alle Arztpraxen sind auch für Menschen mit andauernden oder vorübergehenden körperlichen Behinderungen, älteren Menschen und Eltern mit kleinen Kindern problemlos zu erreichen. Und auch innerhalb der Praxen sieht es in Sachen Barrierefreiheit nicht immer rosig aus. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat dazu jetzt eine Patienteninformation herausgegeben.

barrierefreie-arztpraxis Jan. 2019

Patientennetzwerk kritisiert Verschlimmbesserung

Bislang bekamen schwerbehinderte Menschen auf Antrag für die Taxifahrt zur Behandlung bei einem Arzt oder in einem Krankenhaus einen Dauertaxischein von ihrer Krankenkasse. Durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz wurde geregelt, dass solche Fahrten vorher nicht mehr beantrag werden müssen. Dem Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt wurde jetzt bekannt, dass eine Krankenkasse den Dauertaxischein zwar für 2019 wieder genehmigt hat, jetzt aber für jede einzelne Fahrt eine ärztliche Verordnung verlangt. Statt Entbürokratisierung, wie von der Politik versprochen, also das Gegenteil erreicht. Das Versicherten- und Patientennetzwerk, Wilmeresch 6 a, 48565 Steinfurt, leitet entsprechende Erkenntnisse gern dem Bundesgesundheitsminister zu (info@versicherten-und-patientennetzwerk.de).

Auszüge aus Genehmigung.pdf

Patientennetzwerk widerspricht Jens Spahn

Der Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, es gäbe in Deutschland keine Zwei-Klassen-Medizin, widerspricht das Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt. Die Wirklichkeit sehe ganz anders aus. Überwiegend bekomme man nämlich bei der Frage nach einem Arzttermin zunächst die Frage gestellt, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Privat Versicherte erhalten deutlich schneller einen Termin, als gesetzlich Versicherte. Norbert Klapper: „Erst jüngst erhielt ein 81-jähriger Parkinson-Patient einen Termin in zehn Monaten.“ Die Regel sei auch, dass zum Beispiel Krankengymnastik im dritten Monat eines Quartals unter Hinweis auf die drohende Budgetüberschreitung nicht verordnet wird. Budget? So etwas bekommen nur gesetzlich Versicherte zu hören. Das allerdings sei nicht der Ärzteschaft vorzuwerfen, sondern dem  Gemeinsamen Bundesausschuss und letztlich der Politik, die für diese Ungleichbehandlung verantwortlich sind. Die Liste weiterer Bespiele kann beliebig fortgesetzt werden.

Versicherten- und Patientennetzwerk: Zusammenarbeit vereinbart. Auch Claudia Middendorf sagt ja

(v. l.) Margret Hartwig, Reiner Krauße, Agnes Bußmann, Claudia Middendorf , Norbert Klapper, Hagen Libeau.Eine Abordnung des Versicherten- und Patientennetzwerks im Kreis Steinfurt, traf sich zum Gedankenaustausch im Büro der seit Oktober 2017 Beauftragten der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in NRW, Claudia Middendorf, im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf. Es ging darum herauszufinden, ob, wie und auf welchen Feldern eine Zusammenarbeit möglich ist.

Bereits nach einer kurzen Präsentation über das Versicherten- und Patientennetzwerk zeigte sich Claudia Middendorf aufgeschlossen dafür, zumal es sich trotz seiner Gründung im Jahre 2010 noch immer um das landes- und wahrscheinlich auch bundesweit einzige Netzwerk dieser Art auf Kreisebene ist. Die ärztliche Versorgung in der Fläche, das Entlassungsmanagement der Krankenhäuser, die Vernetzung von Haupt- und Ehrenamt in der Pflege, Kurzzeit-Pflegeplätze, junge Menschen im Altenheim und der Regress von Ärzten bei Budgetüberschreitung im GKV-System waren nur einige der diskutierten Themen, bei denen sich nach übereinstimmender Meinung etwas tun muss. Weiterlesen

Wenn der Zahnarztbesuch teuer wird

Von Hans von der Hagen

Kathrin Hertrich ist noch immer fassungslos: „Die Zahnärzte hören nur ‚privat‘, dann ist für sie die Bahn frei zum Abzocken“, sagt sie. Hertrich stammt aus Baden-Württemberg, arbeitet aber in der Schweiz. Zum Zahnarzt geht sie nach wie vor in Deutschland und bezahlt alles selbst. Jahrelang hatte sie nie einen Grund zu Beanstandungen. Die Rechnungen ihres Arztes waren fair, die Behandlung gut. Doch dann wurde die Praxis von einer neuen Ärztin übernommen. Die Behandlungen liefen kaum anders ab als vorher, aber im Nachhinein wurde ihr eine Rechnung präsentiert, auf die sie nicht gefasst war. „Das muss man sich mal vorstellen, für zwei Füllungen, die ersetzt wurden, habe ich 500 Euro gezahlt“, sagt sie. Die Knirschschiene kostete plötzlich 320 Euro statt wie zuvor 80 Euro. Allein für das Ausfüllen des Fragebogens vor dem Anfertigen der Schiene sollte sie 60 Euro zahlen. „Warum“, fragt sie, „bin ich mit keinem Wort vorgewarnt worden?“ Weiterlesen

Deutscher Ethikrat mahnt besseren Schutz von Gesundheitsdaten an

Berlin – Der Deutsche Ethikrat fordert einen grundlegenden Wandel im Umgang mit der immer größer werdenden Datenmenge im Gesundheitsbereich. In seiner heute in Berlin präsentierten Stellungnahme „Big Data und Gesundheit – Datensouveränität als informationelle Freiheitsgestaltung“ betont das Gremium die kontextabhängig wandel¬bare Sensibilität von Daten sowie die zwingende Notwendigkeit, Datensouveränität zu gewährleisten.
Konkret nimmt er dabei den individuellen, zu schützenden Datengeber in den Blick. Institutionen und Politik seien in der Pflicht, mit einer umfassenden gesamtgesell¬schaftlichen Anstrengung rechtliche, außerrechtliche und technische Rahmen¬bedingungen für die Gewährleitung der Datensouveränität des Einzelnen zu schaffen. Weiterlesen